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» Hat Bauen mit Holz Zukunft – gefährden wir nicht unsere Wälder? » Sind Holzbauten langlebig bzw. dauerhaft? » Erfordert ein Holzbau nicht intensiven Unterhalt? » Holz brennt doch – ist man darin trotzdem sicher? » Sind Holzhäuser denn komfortabel? » Ist Holzbau hellhörig? » Sind Holzhäuser günstiger / teurer? » Welche Risiken gehen von Pilzen und Insekten aus?
Hat Bauen mit Holz Zukunft – gefährden wir nicht unsere Wälder?
Holz wächst in grossen Mengen in unseren heimischen Wäldern nach und verbraucht für seine Verarbeitung nur einen Bruchteil dessen, was andere Materialien benötigen. Holz ist ökologisch einwandfrei, berührt unsere Sinne, ist von allen Baustoffen dem Menschen am ähnlichsten (es atmet, riecht, arbeitet und bekommt eine natürliche Patina im Laufe der Zeit).
In Österreich wächst beispielsweise mehr Holz nach als wir nutzen. Lediglich 19 Mio. fm des jährlichen Zuwachses von ca. 30 Mio. fm werden geerntet und weiterverarbeitet – d.h., unsere Waldfläche vergrößert sich von Jahr zu Jahr. Ein gutes Gefühl in der heutigen Zeit immer knapper werdender Ressourcen.
Holz bietet sehr, sehr viele Vorteile – und diese gilt es zum Wohle der eigenen Familie und der Gesellschaft zu nutzen!
Sind Holzbauten langlebig bzw. dauerhaft?
Ja, Holzbauten sind langlebig bzw. dauerhaft. Dies beweist beispielsweise eine Studie der TU München von Dr. Schneider, der die Haltbarkeit von Holzbauten und konventionell gebauten Immobilien untersuchte und als gleichwertig beurteilt. Andere Beispiele wie Holztragwerke aus Norwegen mit über 1000-jährigen Stabkirchen, Tempelanlagen aus Japan und China mit mehr als 1500 Jahren und Funde aus über 3500 Jahre alten ägyptischen Gräbern beweisen unterstreichen dies ebenfalls. Fakt ist, dass Holz eine fast unbegrenzte Lebensdauer aufweist wenn man die Grundregeln des konstruktiven Holzschutzes berücksichtigt.
Erfordert ein Holzbau nicht intensiven Unterhalt?
Bei Holz im Außenbereich (z.B. Fassade) spielt die Hinterlüftung eine besondere Rolle. Eine nach fachgerechten Kriterien gebaute Fassade verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Bausubstanz, ermöglicht das Abfließen des Oberflächenwassers und garantiert, dank einer guten Luftzirkulation, ein schnelles Trocknen der Holzteile. Holzarten wie z.B. Lärche, Eiche, usw. bieten schon von Haus aus eine hohe natürliche Resistenz gegenüber dem biologischen Holzabbau und benötigen daher keine weitere Behandlung. Jedoch muss man sich bewusst sein, dass das Holz unter dem Einfluss des Wetters (Wind, Sonne, Regen, ...) im Laufe der Zeit sein Aussehen verändert.
Je nach Höhenlage, Klima und Ausrichtung (Intensität der Bewitterung) variiert die Farbe des unbehandelten Holzes von braun bis Silbergrau und dunklerem Braun. Diese Farbveränderungen entsprechen lediglich einer feinen Schicht Patina, die absolut gesundes Holz überdecken.
Wenn diese natürliche Vergrauung nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, dann kann man Fassaden auch mit Lasuren behandeln. Dies erfordert jedoch die regelmäßige Kontrolle der Fassaden sowie auch ein, je nach Bewitterung, regelmäßiges Warten der Fassade.
Holz brennt doch – ist man darin trotzdem sicher?
Auch wenn das Holz brennt, so gilt es als bewiesen, dass sich das Holz im Brandfall besonders gut und vorteilhaft für die Nutzer verhält. Die Abbrandgeschwindigkeit des Holzes ist langsam, gleichmäßig und genau berechenbar. So beträgt der Abbrand für z.B. gutes Fichtenholz 0,66 mm/min. Durch eine entsprechende Dimensionierung erreicht man somit problemlos die verschiedensten Brandanforderungen.
Wo eine nicht brennbare Konstruktion längst in sich zusammengebrochen wäre, hält eine Holzkonstruktion dem Feuer noch immer stand. Diese Tatsache wurde auch sehr positiv von den Behörden, insbesondere den Brandschutzbehörden, beurteilt, sodass heute Holzbauten über mehrere Geschosse möglich sind. In Salzburg beispielsweise vier, in Norwegen aber auch schon bis zu 6 Geschosse.
Tatsache ist, dass das Risiko eines Brandes in einem Holzhaus nicht höher ist als anderswo. Vor allem sind es das Mobiliar, die Vorhänge, Teppiche, usw., aus denen die toxischen Gase resultieren und die damit verbunden Rauchgasvergiftungen hervorrufen.
Sind Holzhäuser denn komfortabel?
Der Komfort einer Wohnung, eines Hauses oder auch Arbeitsplatzes ist ausschlaggebend für das Wohlergehen der Bewohner. Im Sommer soll die Hitze draussen und im Winter die Wärme im Haus bleiben. Darüber hinaus ist die Behaglichkeit in einem Haus auch abhängig von der Luftdichtigkeit. Und all diese Kriterien werden von Holzhäusern der letzten Generation in vorbildlicher Weise erfüllt. Dank ihrer hervorragenden thermischen Isolation gewährleisten Holzhäuser über das ganze Jahr eine optimale Wohnatmosphäre – Niedrigenergie- bzw. 3-Liter-Haus sind Standard.
Auch der Wandaufbau durch die Verwendung organischer Materialien trägt wesentlich zur Behaglichkeit bei. So hat Holz z.B. die Eigenschaft, die relative Luftfeuchtigkeit durch die Aufnahme und Abgabe von Wasser zu regulieren.
Ist Holzbau hellhörig?
Dieses Vorurteil in Bezug auf Schallschutz ist bei nicht gerechter Ausführung durchaus ein Thema. Nicht aber, wenn Wand- bzw. Deckenaufbauten und Anschlussdetails gut überlegt sind. Einerseits erreicht man Schallschutz durch Masse, andererseits auch durch den mehrschaligen Aufbau (Sanwichbauweise). Und durch die Kombination, wie z.B. im Holzbau sehr oft üblich, erreicht man Schallwerte, die konventionellen Bauten um nichts nachstehen – im Gegenteil.
Sind Holzhäuser günstiger / teurer?
Qualität hat ihren Preis, soviel einmal vorweg – und dies ganz unabhängig von der Bauweise. Was sollte man beim Holzbau wissen: Holzbau ist leicht, schnell, trocken und sauber. Eine genaue Planung in einem interdisziplinären Team und ein hoher Vorfertigungsgrad verringern die Baukosten und verhindern kostspielige Improvisationen während des Rohbaus auf der Baustelle.
Einsparungsmöglichkeiten gibt es auch z.B. in Bezug auf die Ausführung der Fundamente. Diese müssen bei einem Holzbau aufgrund seines geringen Eigengewichtes (1/6 dessen von z.B. Beton) geringer ausgeführt werden und dies wirkt sich auch sehr positiv bei einem schlechten Grund, bei Hanglage oder bei Aufstockungen und Zubauten aus (in die bestehende Bausubstanz muss bei einem Holzbau in den seltensten Fällen eingegriffen werden).
Aber nicht nur die Herstellungskosten sind bei einer genauen Kostenrechnung ins Kalkül zu ziehen. Denn Holzbau wird wegen seiner geringen Betriebskosten vor allem auf mehrere Jahre gesehen günstig. Niedrigenergie- bzw. 3-Liter-Haus Niveau sind vom energetischen Gesichtspunkt gesehen Standard.
Welche Risiken gehen von Pilzen und Insekten aus?
Holz ist der einzige Baustoff, der biologisch abbaubar ist. Wenn im Wald ein Baum abstirbt, wird er von Pilzen und Insekten abgebaut. Die Nährstoffe, die das Holz enthält, bereichern schliesslich den Humus, was das Wachstum junger Bäume fördert. Wachstum und Abbau sind Bestandteile des natürlichen Kreislaufes.
Wie jedes Lebewesen benötigen auch die holzabbauenden Organismen Wasser, Luft und eine genügend hohe Temperatur um sich zu entwickeln. Fehlt eines dieser Kriterien sind die Bedingungen für den Holzabbau schon nicht mehr gegeben. Dank der Abwesenheit von Luft sind uns die Holzpfähle aus der Pfahlbauzeit bis heute erhalten geblieben. Auch trocken hält Holz ewig. Und in einem geheizten Haus wendet der geringe Feuchtigkeitsgehalt des Holzes jedes Risiko eines Befalles ab. Für Bauteile, die gelegentlich naß werden und wieder austrocknen können gilt das gleiche.
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